Fellmuster

Trotz der unzähligen vorherrschenden Farbtöne und Fellmuster  ist jede Katze ein verkleideter Tabby. Das Fellmuster erinnert an die Ursprünge unserer Katzen, zu der sie jeder Zeit zurückkehren können. In allen einfarbigen Katzen steckt das Tabbymuster. Bei einer Verpaarung mit einem Tabby, findet man unter den Nachkommen dann auch einige Tabbys.

Durch eine gezielte Zucht werden vom Züchter das Fellmuster wie Flecken, Abzeichen und die Bänderung gefördert oder gar neu geschaffen. Ausschlaggebend sind hier Mutationen in der Vererbung des Fellmusters. In der freien Wildbahn würden solche genetischen Veränderungen die Tarnung der Katzen erheblich gefährden. Hingegen spielt bei unseren Hauskatzen das Fellmuster als Schutzfaktor keine Rolle mehr.

Die afrikanische Falbkatze zählt zu den Vorfahren unserer Hauskatzen. Das Streifenmuster des Felles bot hier eine hervorragende Tarnung in allen Lebenslagen. Das genetisch  dominante und ursprüngliche Tabbymuster liegt im Erbgut einer jeder Katze. Die ausgezeichnete Tarnung beruht hier auf den Haaren zwischen den Tabbystreifen oder-flecken. An der Basis ist das Einzelhaar hell und zur Spitze hin dunkel. Solche Bänderung oder auch Ticking ist auch bei verschiedenen anderen Felltieren vorhanden, beispielsweise bei Eichhörnchen und Mäusen.  Diese Bänderung ergibt einen sogenannten „Pfeffer-und Salz-Effekt“, zusammen mit dem Tabbymuster ist hier  der hervorragende Tarneffekt gewährleistet. In irgendeiner Form erben alle Katzen das Tabbygen. Das gilt auch für alle einfarbigen Tiere. Das verantwortliche  Agouti- Gen ist dabei dominant. Bei der Vererbung dieses Gens von wenigstens einem Elternteil haben die Nachkommen ein gemustertes Fell.

Eine genetisch rezessive Alternative zum Agouti- Gen ist das sogenannte Nicht-Agouti- Gen. Jede Katze, welche von beiden Eltern dieses Gen vererbt bekommen, zeiget eine gleichmäßige Farbe, aber dabei ist auch eine Form des Tabbymusters verdeckt vorhanden. Dies ist auch unter Geisterzeichnung bekannt.  Typisch sind hier eine Tabby-Brille und die Ohren und der Kinnbereich sind der Körperfarbe angeglichen. Meist erscheint diese Geisterzeichnung bei Jungtieren und mit zunehmenden Alter verschwindet sie dann häufig.

Alle Tabbymuster weisen eine M-förmige Zeichnung auf der Stirn in der Grundfarbe, eine hellere Umrandung der Ohren und hellere Augenumrandung, die sogenannte Tabbybrille auf.

Bei Katzen kann man vier verschiedene Tabby- Grundformen unterscheiden:

° Getigert (mackerel)

Diese Tabby- Zeichnung entspricht dem Wildtyp (Agouti).

Hier verlaufen die schmalen, parallel angeordneten Streifen von der Wirbelsäule über die Flanken bis hin zum Bauch. Der Schwanz und die Beine sind geringelt. Noch vor wenigen Jahrhunderten war die Zeichnung hauptsächlich in Europa vertreten.

° Gestromt (classic oder blotched)

Die gestromte Form hat die Tigerzeichnung weitgehend verdrängt. Die Streifen bei einem gestromten Tabby sind breit und sie bilden an den Flanken einen Wirbel. Die Form erinnert an das kreisförmige Muster einer Austernschale.

° Ticking oder getickt bzw. Agouti oder Abessiniertabby (ticked bzw. Abyssinian)

Tiere mit Ticking zeigen markante Abzeichen nur auf dem Kopf, Beinen, Schwanz und Körper.  Jedes Haar ist mehrfach hell und dunkel gebändert. Das Muster scheint so völlig aufgelöst. Die Katze erscheint einfarbig. Dieses Fellmuster findet man meist in den östlichen Regionen bis Asien. Im nördlichen und westlichen Europa ist diese Fellzeichnung weniger zu finden. Katzen mit dem ursprünglichen Ticking sind vor allem in Sri Lanka, Singapur und Malaysia vertreten.

° Getupft (spotted)

Die Tabbystreifen werden in Punkte aufgelöst. Bei den meisten europäischen und auch amerikanischen Rassen verlaufen diese Tupfen entlang der „Tigerstreifen“. So bilden beispielsweise bei der Ocicat die Tupfen ein klares Fleckenmuster. Hingegen sind die Tupfen bei der Ägyptisch Mau willkürlich gesetzt.

Daneben sind noch bekannt:

° Afrikanische Tabby

Dieses Tabbymuster ist eine Abwandlung der gestromten Fellzeichnung. Vertreter ist hier unter anderem die Sokoke-Katze.

° Rosettenmuster

Bei dieser Fellzeichnung sind ringelförmige Flecken mit einem hellen Innern vorhanden. Sie erinnern an die Fellzeichnung der Leoparden. Das Rosettenmuster entsteht bei der Kreuzung mit der asiatischen Bengalkatze.

Verschiedene Katzenrassen tragen auch dunkle Abzeichen (Points). Sie sind am Körper hell und haben an den Füßen, Nase, Schwanz und Ohren dunkle Abzeichen. Allerdings ist bei Katern auch das Fell am Hodensack dunkler. Diese Fellzeichnung ist auch als Colourpoint- Muster bekannt. Für die Entstehung dieses Musters ist ein wasserempfindliches Enzym in den Pigmentzellen der Katzenhaut verantwortlich. So verhindert die normale Körpertemperatur der Tiere die Pigmentbildung fast am ganzen Körper. An den Points ist die Temperatur niedriger und so aktiviert das Enzym die Farbbildung. Abzeichen können bei jedem Fellmuster und auch jeder Fellfarbe auftreten.

Aufgrund des Zusammenhanges zwischen der Körpertemperatur und der Färbung werden Katzenjunge weiß geboren und in den kälteren Regionen sind die Katzen dunkler als in wärmeren Teilen der Welt. Katzen dunkeln mit zunehmenden Alter immer noch nach. Beispielsweise ist die Abzeichenfärbung am kontrastreichsten  bei der Siam- Katze mit ihrem hellen Körper und dunklen Points. Hingegen zeigt sich bei der Burma die Pointsfärbung wesentlich schwächer.