03/5/13

Ausdrucksformen und Kommunikation

Katzen können die unterschiedlichsten Laute erzeugen. Sie reichen  vom Schnurren über Miauen bis hin zum Schreien. So können sie mit dem Menschen und ihren Artgenossen kommunizieren.

Das Schnurren einer Katze zeugt in der Regel von ihrer Zufriedenheit und Wohlbehagen. Gleichzeitig ist es aber auch ein Beweis der Zuneigung. Bereits bei Katzenjungen versichert die Katzenmutter, dass keine Gefahr besteht. Ältere Katzen möchten mit ihrem Schnurren ihre Artgenossen zum Spielen animieren. Dominante Katzen zeigen mit diesem Laut ihren rangniederen Katzen, dass sie sich in friedlicher oder auch spielerischer Absicht nähern. Hingegen ist das Miauen oft ein Ruf von verwaisten oder unglücklichen Katzen. Erwachsene Katzen tun mit dem Miauen ihre Unzufriedenheit, Trauer oder auch Bedürftigkeit kund. Daneben kann es aber auch ein Zeichen für ihr sexuelles Verlangen sein.Das Miauen kann auch als flüchtiger Gruß gewertet werden. Die Katze kann durch diese Laute auch beharrlich auf Futter drängen.

Katzen reagieren auf stimmliche Reize. Je intensiver man mit der Katze redet, desto öfter wird sie dann auch mit dem Menschen „sprechen“. Besonders „gesprächig“ sind Siam- Katzen. Etwas seltener ist das Gurren. Es ist als hoher, aber freundlicher Begrüßungslaut zu verstehen. Katzen kombinieren diesen Laut meist mit einem sanften Miauen, damit möchten sie Kontakt aufnehmen.

Einige Katzen können über einen Zeitraum von einer halben Stunde und auch mehr diese Laute ausstoßen. Das Gurren kann auch etwas abgewandelt werden. Häufig wird es von Katzenmüttern genutzt, wenn sie ihren Jungen erstmals Beute bringen. Sie kann dabei auch diese Laute in einen Schrei steigern. Damit will sie ihrem Nachwuchs auf eine nahende Gefahr aufmerksam machen. Katzen stoßen auch unmittelbar nach der Paarung einen kreischenden Schrei aus.

Das Fauchen der Katzen ist eine Warnung. Durch einen ruckartigen Ausstoß der Atemluft verspürt man in unmittelbarer Nähe des Tieres einen Luftstrom. Katzen schrecken aus diesem Grunde auch zurück, wenn man ihnen ins Gesicht bläst.

Einen Schnatterlaut erzeugt die Katze, wenn sie eine für sich unerreichbare Beute erblickt. Man kann beobachten, dass sie bereits ihre Kiefer bewegt, als sei sie schon auf Beutefang. Nachts kann man mitunter Kater bei einem „Gesang“ lauschen. Daher stammt auch der Begriff „Katzenmusik“, welche nicht gerade die Ohren verwöhnt. Den Ruf deutet man als „Liebeslied“ von paarungsbereiten Katern. Allerdings handelt es sich hierbei um einen aggressiven Drohlaut. Katzen geben im Zwiegespräch mit ihren Artgenossen wesentlich andere Laute ab als gegenüber dem Menschen.

Bei der Kommunikation der Katzen sind nicht nur bestimmte Laute von Bedeutung, sondern sie kommunizieren auch durch ihre Mimik,Gestik, Berührung und Geruchssignale. Die Körpersprache ist sehr vielfältig. Sie schließt Haltungen und Bewegungen, die von den Augen, Ohren und der Schwanzspitze bis hin zu nahezu jeder Körperpartie reichen.

So künden beispielsweise nach vorn gerichtete Ohren von Interesse, Aufmerksamkeit und gespannter Erwartung. Hingegen signalisieren aufgestellte und leicht nach hinten geschwenkte Ohrmuscheln einen bevorstehenden Angriff. Seitlich nach hinten gezogene Ohren bedeuten eine angstvolle Abwehr- und Fluchtbereitschaft. Angst und Unterwerfung werden von einer flachgelegten Ohrmuschel bekundet. Bei einer jagenden Katze sind die Ohren aufgestellt. Hier wird der Eindruck der Wachsamkeit noch weiter bestärkt. Halb geschlossene Augen und aufgestellte Ohrmuscheln zeugen von einer zufriedenen Katze.

Auch die Augen können über die Stimmungslage der Katze Auskunft geben. Die Größe der Pupillen ist dabei von den jeweilig vorherrschenden Lichtverhältnissen abhängig, daher sind die Augen kein alleingültiges Stimmungsbarometer. Ein Zeichen von Anspannung, gesteigertem Interesse oder auch aggressiver Drohung werden durch verengte Pupillen demonstriert. Dagegen signalisieren geweitete Pupillen  Überraschtheit, Angst und auch Abwehrbereitschaft.

Die Wangenregion wird durch die Wangenmuskulatur nach unten gezogen, wenn Angst oder auch Erregung besteht. Eine gespannte Erwartung kann durch nach vorn abgefächerte Schnurrhaare zum Ausdruck gebracht werden, dagegen seitlich und weniger gefächerte Schnurrhaare künden von Behaglichkeit. Bei eher schüchternen Katzen sind die Schnurrhaare flach zurückgezogen.

Auch das Gähnen einer Katze ist ein Signal der Beschwichtigung und Zufriedenheit. An der Kopfhaltung ist ebenfalls das Befinden einer Katze ersichtlich. Ein vorgestreckter Kopf kündet von Kontaktbereitschaft. Ein erhobener Kopf deutet von Dominanz und ein gesenktes Haupt von Unterlegenheit.  Desinteresse wird durch ein ruckartiges Senken des Kopfes ausgedrückt. Dabei ist das Kinn gesenkt. Der Kopf kann auch zur Seite gelegt werden.

Selbstsicherheit oder auch Angriffsbereitschaft signalisieren Katzen durch gestreckte Beine. Bei abgewinkelten Hinterbeinen sind die Tiere unsicher und verängstigt. Das Abwinkeln aller Gliedmaßen deutet von Unsicherheit, Vorsicht und Abwehrbereitschaft.

Ein rasches Schwanzwedeln ist ein Zeichen von Erregung und peitschende Bewegungen mit der Schwanzspitze signalisieren eine hochgradige Anspannung. Zur freundlichen Begrüßung und zur Aufforderung des Geruchskontakts ist der Schwanz aufgerichtet. Schnellt er hingegen plötzlich hoch kündet es von einer Angriffsdrohung. Durch das Reiben der Nase an Artgenossen und an Menschen wird die Akzeptanz und Unterwerfung signalisiert